Auch wenn noch fast alle Demenzformen als nicht heilbar gelten, gibt es viele Therapien, die den Alltag verbessern können.

Welche Medikamente gibt es bei Demenz?

Antidementiva: Das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung kann durch sogenannte “Antidementiva” in manchen Fällen verzögert werden.
“Monoklonale Antikörper”: Auch die neuen Therapien mit monoklonalen Antikörpern versprechen einen langsameren Verlauf für gewisse Personengruppen.
Blutdrucksenker: Bei vaskulären Demenzen kann durch Blutdrucksenker ein positiver Effekt eintreten. Eine Heilung ist aber derzeit nicht möglich.

Was tun bei Begleitsymptomen?

Oft sind Begleitsymptome wie Aggressivität oder Depressivität für die Betroffenen und/oder das Umfeld belastend.
Hier sollte man prüfen, ob eine Veränderung des Umfelds Abhilfe schaffen kann.
Medikamentös können auch Antidepressiva helfen. Der Einsatz von Antipsychotika (Neuroleptika) zur Beruhigung ist von den behandelnden Ärzten sehr genau zu prüfen.
Schmerztherapie: Manchmal können Menschen mit einer fortgeschrittenen Demenz ihre Schmerzen nicht mehr gut ausdrücken - deshalb sollte man bei auffallend verändertem Verhalten auch an eine Schmerztherapie denken.

Nicht-medikamentöse Therapien

Neben Arzneimitteln gibt es eine ganze Reihe von Therapien, die helfen,

  • Fähigkeiten für den Alltag zu erhalten,
  • am sozialen Leben weiter teilzunehmen
  • und eine gute Lebensqualität zu ermöglichen

Nicht-medikamentöse Therapien sind:

  • Gedächtnistraining (kognitives Training): Es sollte auf die Person gut abgestimmt sein und vorhandene Fähigkeiten nutzen. Ein “Zurücktrainieren” von verlorenen Fähigkeiten kann sehr frustrierend sein. Dieses Training sollte regelmäßig erfolgen und von der Person als sinnvoll erachtet werden. Es gibt viele Trainer:innen die speziell für diese Therapie ausgebildet sind. Das Gedächtnistraining kann in Gruppen besonders attraktiv sein, z.B. in der Tagesbetreuung.
  • Ergotherapie und Physiotherapie fördern die Selbständigkeit im Alltag. So werden etwa Waschen, Kochen, Anziehen geübt bzw. die Beweglichkeit trainiert. Auch hier ist es wichtig, Ziele zu finden, die für die Person bedeutsam sind und sie motivieren. Der Verbleib im eigenen Haushalt ist etwa ein wichtiges Ziel – durch Ergotherapie ist dies tatsächlich länger möglich. Physiotherapie kann z.B. durch die Reduktion des Sturzrisikos ebenfalls das Leben zu Hause länger ermöglichen.
  • Psychotherapie: Für Verhaltenstherapie gibt es gute Ergebnisse. Sie zielt v.a. auf den Umgang mit der Diagnose, den Einschränkungen und den Reaktionen des Umfelds ab. Depressionen können gemildert oder vermieden werden. 
  • Milieutherapie setzt bei der Gestaltung des Umfelds an. Wenn Menschen sich im gewohnten Alltag nicht mehr gut orientieren können und dadurch verunsichert sind, machen Anpassungen Sinn. Ziel ist primär Wohlfühlen und damit Entspannung. Raumgestaltung, angenehme Materialen und Düfte tragen etwa dazu bei.
  • Musiktherapie, Kunsttherapie: Musik kann aktiv (selbst Singen, Tanzen, Musik machen) oder passiv (bewusst Musik mit positivem Bezug in der Biographie einsetzen) wirken. Sie kann aktivieren, zum Gespräch einladen oder auch beruhigen. Kunsttherapie verhilft zu neuen Ausdrucksmöglichkeiten (auch bei Menschen, die nie “gemalt” haben), schafft sinnvolle Betätigung und das Gefühl, etwas herstellen zu können.
  • Auch Gartentherapie, tiergestützte Therapie u.a. können die Lebensqualität fördern. 

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Demenz-Therapie: Gemeinsamer Kräutergarten

Kräuter können beim Heilen helfen, sie duften - und sie wecken Erinnerungen. Zum Beispiel bei den BewohnerInnen des Haus St. Peter, einem Alten- und Pflegeheim der Diakonie in Kärnten.
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Validation bedeutet “die Person ernst nehmen”

Besonders hilfreich in der oft schwierigen Kommunikation ist die Validation. Diese von Naomi Feil entwickelte Haltung und Methodik nimmt “für wahr” (validiert), was die Person mit Demenz äußert.Hinter dem, was die Person mit Demenz sagt, steckt ein Sinn, eine Absicht, die es ernst zu nehmen gilt.

Streit und Ablehnung vermeiden

Durch verschiedene Techniken und Prinzipien wird Streit und Ablehnung vermieden und Verständnis gefördert. Zwei Beispiele sind das “Spiegeln”, also Aufnehmen und Wiederholen von konkreten Worten, Lautstärke, Emotion sowie das Vermeiden von “Warum-Fragen”. Vorträge, Kurse und Bücher bieten einen guten Überblick über diese entlastende Umgangsweise. 

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Demenz-Therapie: Wäschetag im Haus für Senioren der Diakonie

Wäsche falten - das ist eine der Alltagstätigkeiten, bei der Erinnerungen wach werden und Bewegung ins Haus St. Peter kommt. Und für die Bewohnerinnen im Haus für Senioren der Diakonie ist der regelmäßige Wäschetag auch eine gute Gelegenheit, um miteinander zu plaudern.
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Unterstützung und Beratung finden

Wird eine Demenz bereits im Anfangsstadium als solche erkannt, hat die betroffene Person ausreichend Zeit, sich über ihre Erkrankung zu informieren und mit der Diagnose auseinanderzusetzen, solange sie dazu noch kognitiv in der Lage ist. Zögern Sie deshalb nicht, mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt zu sprechen.

Die Diakonie bietet Unterstützung und Beratung für Menschen, die von Demenz betroffen sind, und deren Angehörige. Das Angebot ist vielfältig.

Angebote der Diakonie im Überblick

Demenzberatung der Diakonie