Der Übergang ins Pflegeheim braucht achtsame Begleitung 
 

Ein Umzug ins Pflegeheim ist ein großer Schritt. Auch wenn er gut überlegt und lange vorbereitet ist, kann er mit gemischten Gefühlen verbunden sein. Für die betroffene Person bedeutet der Umzug eine umfassende Veränderung, für Angehörige ist er mit Fragen, Sorgen und manchmal auch Schuldgefühlen verbunden. Wichtig ist: Sie gehen diesen Weg nicht allein. 

Gut vorbereitet 

Die Erfahrung zeigt, dass eine sorgfältige Vorbereitung Sicherheit gibt. Eine persönliche Begleitung sorgt für Orientierung und Klarheit. Auch organisatorische Unterstützung hilft - von den ersten Anträgen über das ärztliche Gutachten bis hin zu Fragen der Finanzierung gibt es vieles zu erledigen.  

Vertrautes bewahren 

Ein neues Zuhause wird schneller vertraut, wenn persönliche Dinge mitgenommen werden: ein Lieblingssessel, Bilder, Erinnerungsstücke oder vertraute Kleidung. Sie geben Orientierung, schenken Geborgenheit und erleichtern das Ankommen. Wenn die Pflege- und Betreuungspersonen schon vorab etwas über Gewohnheiten, Vorlieben oder besondere Bedürfnisse der neuen Bewohner wissen, können sie rascher individuelle Angebote machen. 

Miteinander gestalten 

Durch den Einzug ins Pflegeheim verändert sich die Verantwortung der Angehörigen.

  • Pflege und medizinische Betreuung übernehmen die Teams im Pflegeheim.
  • Die Besuchszeiten können gezielt für Aktivitäten genutzt werden, die Freude machen: Spaziergänge, Spiele, Gespräche, gemeinsames Lachen.

Weil der Besuch im neuen Zuhause für Bewohner:innen und Angehörige eine ungewohnte Situation darstellen kann, helfen manchmal Tipps und Vorschläge.

  • Wie oft sollen Besuche erfolgen,
  • zu welchen Tageszeiten und wie lange?
  • Wo und wie kann die gemeinsame Zeit gut gestaltet werden?

Fragen Sie bei Zweifel die Heimleitung oder das Pflegepersonal vor Ort!

Eingewöhnung mit Geduld 

Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo, um sich einzugewöhnen. Manche fühlen sich schnell wohl, andere brauchen Zeit. Zeiten von Zufriedenheit können mit kleinen Krisen abwechseln.

Wichtig ist: die Angehörigen bleiben Teil des Lebens der Bewohner:innen. Ihr Dasein, Ihre Zuwendung und Ihre Begleitung sind auch im neuen Umfeld von unschätzbarem Wert. 

Die Mitarbeiter:innen im Pflegeheim begleiten Angehörige und neue Bewohner:innen in der Phase der Eingewöhnung. So wird aus dem neuen Wohnort ein neues Zuhause: mit Würde, Sicherheit und in Gemeinschaft. 

Die Entscheidung fürs Pflegeheim ist gefallen?
10 Tipps für den Umzug
 

  1.  Den Umzug frühzeitig planen
    Nehmen Sie sich Zeit, um das passende Pflegeheim auszuwählen und den Umzug stressfrei zu gestalten. 
  2.  Vertraute Gegenstände mitnehmen
    Fast überall ist es möglich, Lieblingsmöbel, Fotos, Decken oder Musik mitzunehmen. Das alles gibt Sicherheit. Fotos halten Erinnerungen an schöne Momente wach.
  3.  Routine beibehalten
    Setzen Sie gewohnte Abläufe (wie z.B. Essenszeiten, Spaziergänge) so gut wie möglich fort.
  4. Einfühlsame Kommunikation
    Menschen mit Demenz brauchen behutsame Gespräche. Informieren Sie die Person mit einfachen Sätzen und positiver Betonung über die Veränderung.
  5. Neue Umgebung gemeinsam erkunden
    Besuchen Sie die neue Umgebung vor dem Umzug. So können Sie Ängste abbauen und Vertrautheit schaffen. 
  6. Das Zimmer persönlich gestalten 
    Mit vertrauten Dingen (z. B. Bildern, Vorhängen) können Sie das neue Zimmer gemütlich und bekannt wirken lassen.  
  7. Geduld bei der Eingewöhnung 
    Geben Sie der Person Zeit für die Eingewöhnung. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis sich die Person dort wohlfühlt. 
  8. Regelmäßige Besuche 
    Besuchen Sie Ihre Angehörigen im Pflegeheim regelmäßig. Aber planen Sie auch tageweise Besuchs Pausen ein. Damit vermeiden Sie Überforderung. 
  9. Team des Pflegeheims einbeziehen
    Informieren Sie die Pflegekräfte über Vorlieben, Abneigungen und Gewohnheiten Ihres Angehörigen.
  10. Selbstbestimmung fördern
    Binden Sie ihre:n Angehörige:n in kleine Entscheidungen (z.B. Kleidung, Aktivitäten) ein.

Unterstützung und Beratung finden

Die Diakonie bietet Unterstützung und Beratung für Menschen, die von Demenz betroffen sind, und deren Angehörige. Das Angebot ist vielfältig.

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